Der Hospizverein Neukirchen-Vluyn hat von Anfang an Ehrenamtliche auf die hospizliche Arbeit intensiv vorbereitet. In einem Befähigungskurs werden in verschiedenen Modulen in etwa 70 Stunden Wissen zur Sterbebegleitung vermittelt. Zeitlich umfasst der Kurs sieben bis neuen Monate, in denen Sie die wichtigen Themenfelder der Hospizarbeit kennenlernen. Dieses Kurs-Angebot ist kostenfrei und finanziert sich über Spenden an den Hospizverein.
Von einem erfahrenen Referententeam erfahren Teilnehmende in den verschiedenen Einheiten Grundlegendes zu den Rahmenbedingungen ambulanter Hospizarbeit. Angesprochen werden im Kursverlauf Themen wie Wahrnehmung, Spiritualität, Seelsorge, Kommunikation, Schmerztherapie, Arbeit einer Palliativstation, pflegerische und ethische Aspekte.
Zusätzlich werden rechtliche Fragen erörtert.
Hospizliche Begleitung bedeutet, für den Schwerstkranken da zu sein, zu zuhören, Zeit zu schenken und ihn zu begleiten. Das können auch kleine Ausflüge sein, wie etwa der Besuch einer Eisdiele, das Vorlesen eines Buches und Gespräche über Gott und die Welt. Ehrenamtliche Hospizkräfte kommen nach Absprache zu den Menschen nach Hause, in Alten- und Pflegeeinrichtungen, ins Krankenhaus oder auch auf die Palliativstation. Auf diese verantwortungsvolle Aufgabe werden die Teilnehmenden gründlich und sensibel vorbereitet.
Der Qualifizierungskurs bietet die Möglichkeit, sich mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen und die eigene innere Haltung zu erspüren. Fachliches Wissen ist für die Teilnahme keine Voraussetzung, wohl aber die Bereitschaft, offen und unvoreingenommen auf andere Menschen zuzugehen und sich auf einen gemeinsamen Prozess in einer Gruppe einzulassen.
Nach dem Kurs bietet der Hospizverein Ihnen weiterhin regelmäßig Vorträge, Themenabende oder Fachtagungen an. Ihre Tätigkeit als Hospizhelfer/in setzt die Teilnahme an einem Gruppentreffen einmal im Monat voraus. Bei diesen Treffen tauschen Sie sich über Ihre Arbeit aus.
Sich für die Hospizarbeit zu entscheiden, ist von unterschiedlichen Überlegungen im Vorfeld geprägt. Kommt es dann zu einer ersten hospizlichen Begleitung, verändern sich oftmals Blickwinkel. Dinge bekommen eine andere Wertigkeit, wie eine der Hospizhelferin schildert. „Die Gespräche sind für mich eine Bereicherung, ein Geschenk. Dabei lerne ich mich immer weiter und neu kennen. Man wächst mit und an diesen Begegnungen.“
Im Laufe der Jahre hat sich bei den Gruppentreffen ein wertvoller Erfahrungsschatz angesammelt, aus dem Hospizkräfte schöpfen. Wie tief sich schon nach kurzer Zeit Kontakte gestalten können, erleben die Hospizkräfte immer wieder. „Für mich war mein Einsatz keine emotionale Überforderung. Wir haben professionelles Rüstzeug an die Hand bekommen und ich fühlte mich durch die super Module auf mögliche Situationen wirklich gut vorbereitet. Auch war ich nach den Besuchen stets mit mir im Reinen, denn ich lege fest, was ich zulasse und an mich heranlasse.“
Wenn Sie Interesse, sich ehrenamtlich zu engagieren, wenden Sie sich an Tanja Wienicke. Die Hospizkoordinatorin ist erreichbar unter 0170 5256498.